Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 22/15 vom 27.05.2015

Am 6. Juni wird wieder getuschelt. Wenn in Berlin das Finale der Champions League zwischen Juventus Turin und FC Barcelona stattfindet, werden Männer mit der Hand vor dem Mund zu sehen sein. Seit geraumer Zeit fällt bei Fernsehübertragungen auf, dass Fußballer ihre Lippen verdecken, wenn sie sich mit einem Kameraden unterhalten. Oder wenn Trainer dem Spieler Anweisungen geben. Sogar Funktionäre auf der Tribüne achten darauf, dass kein Lippenleser ihre Worte entschlüsseln kann.

Was steckt hinter dem konspirativen Verhalten? Wenn sich Tony Soprano in der Mafia-Serie "Die Sopranos" mit seinen Kumpels traf, hatte er Angst vor dem FBI. Sie mieden geschlossene Räume und verbargen ebenfalls den sprechende Mund hinter der schützenden Hand. Es muss also auch bei den Fußballern um mehr gehen als um einen Freistoßtrick. Vielleicht darum, warum die nächste Fußball-WM im korrupten Russland stattfindet.


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