Musiktheater Kritik

Antikes Epos in mythischer Deklamation

Lexikon | aus FALTER 22/15 vom 27.05.2015

René Clemencic, nicht nur unermüdlicher Interpret der Alten Musik, sondern auch Komponist, der oft auf Stoffe auch in Originalsprachen wie Hebräisch oder Altgriechisch zurückgegriffen hat, vertonte das vor 140 Jahren auf Tontafeln entdeckte mesopotamische Epos über den König Gilgamesch. Das Libretto der Regisseurin Kristine Tornquist ermöglichte es ihm, eine durch magisch-archaische Klangmelodien geprägte Musik zu gestalten. Das szenische Oratorium mit dem Countertenor Nicholas Spanos in der Titelrolle des Königs, der durch den Tod seines Freundes Enkidu (Gernot Heinrich) die Grenzen seiner Macht erkennt und sich auf die Suche nach der Unsterblichkeit begibt, wird sehr stimmig teils in Form eines Schattenspiels gespielt, in dem auch Götter und Sintflut vorkommen. H R

Expedithalle der ehem. Ankerbrotfabrik, Do, Fr 20.30 (letzte Vorstellungen)


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige