Wie gedruckt

Pressekolumne

Medien | NINA HORACZEK | aus FALTER 22/15 vom 27.05.2015

Da haben die Vorarlberger Nachrichten eine journalistische Nachwuchshoffnung gefunden. "Die Riege der VN-Kommentatoren ist größer geworden", verkündete das Ländle-Blatt nicht ohne Stolz. Der Neue sei "vor allem hierzulande kein Unbekannter". Wer hat denn seine Liebe zum gedruckten Papier entdeckt? Ewald Stadler, einst Jörg Haiders böser Dobermann, dann Strache-Macher, später bei BZÖ und Rekos und zuletzt Pegida-Unterstützer.

Nun darf der aus Vorarlberg stammende Ex-Politiker jede Woche in den VN schreiben. Ungewohnt handzahm kritisiert der hyperkonservative Stadler SPÖ und ÖVP, die sich wie "alte Eheleute auch äußerlich immer ähnlicher werden". Stadler findet, das neue ÖVP-Programm sei "ein bisschen grün, ein bisschen Neos-rosa, sehr viel rot und liberal, im Ausländerbereich sogar etwas blau, aber nicht einmal mehr in Ansätzen konservativ". Das war's dann auch schon an Schärfe. Der Dobermann hat, so scheint's, das Bellen verlernt.


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