Ein seltsames Paar

Die Reformpartner geben sich auch im Wahlkampf fast wie eine Einheitspartei. Inzwischen ist aber gar nicht mehr fix, dass Franz Voves Landeshauptmann bleibt

Steiermark | WAHLKAMPFEINSATZ: DONJA NOORMOFIDI GERLINDE PÖLSLER | aus FALTER 22/15 vom 27.05.2015


FOTO: APA/Herbert Neubauer

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Blaue, Grüne, KPÖ, alle haben bei der letzten Landtagssitzung noch einen Strauß mit der Koalition auszufechten. Grünen-Chef Lambert Schönleitner stellt eine dringliche Anfrage zur Kritik des Rechnungshofs an der Ski-WM in Schladming. Da sei zu viel Steuergeld geflossen, so der Grüne, und dann habe Landeshauptmann Franz Voves (SP) auch noch von „depperter Kritik“ gesprochen. Sein Vize Hermann Schützenhöfer, VP-Chef und Tourismus-Landesrat, tritt ans Pult. Die beiden Regierungsparteien hätten alles richtig gemacht. „Der Rechnungshof hat eine einseitige Meinung abgegeben“, beharrt er, „wir werden sie korrigieren, am Ende werden wir Recht haben.“ Zur Untermauerung verliest er, was sich in Schladming seither alles abspiele. Kongresse, Messen; und in Richtung Grünen-Chef: „Ennstaler Zwergerlmesse. Das wär was für Sie!“ Wie auf Knopfdruck brechen alle schwarzen und roten Abgeordneten in Gelächter aus.

Undenkbar wäre so etwas vor fünf Jahren gewesen, da wurde nicht gemeinsam gelacht, da verhöhnten SP und VP einander bloß. Jetzt scheint es fast, als träten die selbsternannten „Reformpartner“ als Einheitspartei zur Landtagswahl am 31. Mai an. „Zärtlich“ gingen sie miteinander um, nannte das Kleine Zeitung-Chefredakteur Hubert Patterer. Die VP plakatiert etwa Salz- und Pfefferstreuer und überschreibt sie mit den Namen Voves und Hermann. Hauptgegner ist für beide die FP.


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