Vor 20 Jahren im Falter Wie wir wurden, was wir waren

Vertragskosten

Falter & Meinung | aus FALTER 22/15 vom 27.05.2015

Vergangene Woche zelebrierte der Falter seine 2500. Ausgabe; vor 20 Jahren feierte der Autor 18 Jahre Falter: "Ende Mai 1977 erschien seine erste Ausgabe auf dem ausgetrockneten und aufnahmebereiten Wiener Markt, herausgebracht von ein paar Jungspunden, die mit allem Möglichen rechneten, nur nicht damit, dass diese Zeitschrift das biblische Alter von 18 Jahren erleben würde."

Jetzt sind es mehr als das Doppelte, in einem Markt, der mit dem damaligen fast mehr zu tun hat, außer dass die Gegner immer dieselben sind. Aber das ist eine andere Geschichte. A propos: Im letzten Absatz seines Falter-Kommentars äußerte Peter Pelinka folgende Hoffnung: "Dass die Fellners (denen Thurnher kommerzielle Genialität bescheinigt) und der Thurnher (dessen geniale Schreibe dann noch mehr Leute erreichen würde) einmal zusammen ein Projekt machen, würde ich gern erleben. Freilich nur als Leser."

Manche Dinge passieren nie, andere wiederum gehen schneller, als man denkt. Zum Beispiel berichtete Martin Staudinger, die Gemeinde Wien wolle die Gürtelregion revitalisieren und hoffe dabei auf Geld von der Europäischen Union. Damals konnte man den Gürtel noch "offene Wunde Wiens" nennen.

Dafür passierte viel Falter in Stadt und Land. Doris Knecht freute sich in der Kolumne "Liebe Leserin, lieber Leser" darüber, dass die zweite Staffel von Hermes Phettbergs "Nette Leit Show" in den ORF-"Kunststücken" anlief: "Phettberg across the Nation: So was gefällt uns natürlich." Ivan Klein legte auf, und im U4 war ein Falter-Fest angesagt, bei dem Duller, Knecht und Tex Rubinowitz neben anderen die Massen unterhielten.

Jörg Haider hielt sich in den Vereinigten Staaten auf, um vom Rechtsaußen-Republikaner Newt Gingrich Dinge abzukupfern, die er dann nach Österreich importierte, wie dessen "Contract with America", aus dem, wie Thomas Seifert berichtete, ein "Vertrag mit Österreich" wurde. Haider ist schon lange tot. An den Vertragskosten zahlen wir noch immer. AT


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige