Nadelstiche gegen Kleingeister

Erst die Kronen Zeitung, nun Jörg Haider: Die Filmemacherin Nathalie Borgers gilt als Spezialistin für schwierige Fälle. Mit "Fang den Haider" ist ihr ein moderner Anti-Heimatfilm gelungen

Feuilleton | FEATURE: MICHAEL OMASTA | aus FALTER 22/15 vom 27.05.2015

Der Ton macht die Musik. Und der Tonfall ist es, durch den sich der Film "Fang den Haider" ganz markant von den vielen TV-Reportagen und Dokus über den 2008 im Dörfchen Lambichl im Vollrausch tödlich verunglückten Kärntner Landeshauptmann unterscheidet. "Er war viel zu schnell unterwegs", so der trockene Kommentar der Filmemacherin bei ihrem Besuch dieser neuen Pilgerstätte, "und ist am rechten Rand ausgerutscht".

Nathalie Borgers macht Kino, nicht Journalismus, doch dass sie auch ein Studium der Publizistik absolviert hat, kommt ihr bei der Filmarbeit durchaus zupass. Zudem gilt die gebürtige Belgierin, die heute in Wien lebt, spätestens seit ihrer vielbeachteten Dokumentation über die "Kronen Zeitung: Tag für Tag ein Boulevardstück"(2001) als Spezialistin für ganz schwierige Fälle.

Als "Ausländerin", meint Borgers, "kann ich's mir leisten, Sachen ein bisschen anders anzugehen oder eine andere Meinung zu vertreten. Damit will ich nicht sagen, dass die Erfahrung 'von draußen'


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