Bill Fay, oder: Von einem alten Mann, der die schönsten Lieder singen kann

Feuilleton | MUSIKKRITIK: GERHARD STÖGER | aus FALTER 22/15 vom 27.05.2015

Die Geschichte des verkannten Songwriter-Genies, das erst Jahrzehnte später entdeckt und gewürdigt wird, sie wurde schon öfter erzählt. Einmal lautet der zugehörige Name Vashti Bunyan, dann wieder Rodriguez. Aber gute Geschichten hört man ja immer wieder aufs Neue gern. Vor allem, wenn das Happy End nicht nur zu später Wertschätzung, sondern auch zu tollen neuen Aufnahmen der einst Verschmähten führt.

Diesmal heißt der Held der Geschichte Bill Fay. 1967 hat der heute 71-jährige Songwriter aus London seine erste Single veröffentlicht, um 1970 folgten zwei Alben voll prächtig arrangierter Folksongs, denen weder Rock noch Jazz ganz fremd waren. Bill Fay hätte damit groß herauskommen und ein etwas weniger rätselhafter Bob Dylan oder ein nicht ganz so trauriger Nick Drake werden können. Aber niemand wollte ihn hören.

Nachdem das Label den Vertrag gekündigt und die Platten eingestampft hatte, verschwand Fay aus der Musikwelt und arbeitete als Gärtner und Putzmann; neue Lieder


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