John Gabriel Borkman in einer Zeitkapsel

Der Australier Simon Stone ist bekannt für Klassiker-Bearbeitungen. Jetzt inszeniert er Henrik Ibsen bei den Wiener Festwochen

Feuilleton | PORTRÄT: SARA SCHAUSBERGER | aus FALTER 22/15 vom 27.05.2015

Simon Stones Begeisterung fürs Theater fängt in Wien an. Er ist elf Jahre alt, und bevor es für die Familie nach Jahren in Europa zurück nach Australien geht, machen sie zwischen Weihnachten und Silvester noch Urlaub in Wien. Jeden Tag stellen sie sich um Stehplatzkarten für die Oper an, und jeden Abend sehen sie ein anderes Stück. Für Stone erschließt sich eine neue Welt.

19 Jahre später inszeniert der Regisseur erstmals in der Stadt, in der die Sache mit dem Theater angefangen hat. Im Moment probt er am Wiener Burgtheater "John Gabriel Borkman". Stone, der in Europa durch seine Umdichtungen von klassischen Stücken bekannt wurde, legt Henrik Ibsens Drama einen neuen Text zugrunde. Die Struktur des Stückes behält er bei. "Ibsens Dramaturgie ist aus Stahl", sagt der 30-Jährige, der schon 2013 mit seiner Bearbeitung von "Die Wildente" bei den Wiener Festwochen zu Gast war. Er ist fasziniert von der Idee, aus dem Skelett einer Geschichte ein zeitgenössisches Stück zu machen,


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