Seinesgleichen geschieht Der Kommentar des Herausgebers

Der Eurovision Song Contest und die Politik der Emotionen

Falter & Meinung | VON ARMIN THURNHER | aus FALTER 22/15 vom 27.05.2015

Man kann den Song Contest lächerlich finden. Eine Kitschorgie in Zuckerguss, verziert mit Regenbogenfähnchen. Man kann die ORF-Gschaftlhuberei grotesk nennen und das menschenrechtliche "Ich bin okay, du bist okay"-Getue oberflächlich bis verlogen.

Aber wir sollten ein paar Dinge anerkennen. Der ORF machte eine effektvolle Show, die Moderatorinnen waren gefällig, das Bühnenbild mit den gleitenden Kugeln wurde auf eine Weise ausgereizt, dass es gerade noch zu ertragen war. Wir können Technik! Im internationalen Maßstab!

Die Musik war unterdurchschnittlich, und das Ganze ging nur deswegen gut, weil es als homosexueller Event klassifiziert war. Nicht einmal als Camp. Als Triumph des Durchschnittsgeschmacks, mit schwulem Pfiff. Die ausgepichtesten Auskenner legten Wert darauf, sich zum Mainstream-Geschmack zu bekennen. Abba, damals! Das war doch tolle Musik, nur durfte man das nicht anerkennen. Nun war die Verachtung des Durchschnitts aufgehoben. Das "eklige, moderne Wohlwollen der vermeintlichen


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