Auf der Donauinsel dröhnen die Stromgitarren

Lexikon | aus FALTER 22/15 vom 27.05.2015

Das heimische Festivalgeschehen sieht traditionell so aus: hier der Rock- und Alternative-Pop-Großfestival-Monopolist, der nie so recht weiß, ob er das Nova Rock oder das FM4 Frequency noch langweiliger und austauschbarer als im Jahr davor programmieren soll, dort viele ambitionierte, kuschelige Kleinfestivals, die aber nur regionale Bedeutung haben. 2015 kommt erstmals Bewegung in den Markt, unter anderem durch Rock in Vienna. Die Donauinsel wird drei Tage lang zur Pilgerstätte für Jünger der Stromgitarre; am 4.6. spielen unter anderem Metallica und Faith No More, am 5.6. Muse und Incubus, am 6.6. Kiss und Limp Bizkit. Womit auch schon ein zentrales Problem des Newcomers benannt wäre: Das Programm sieht genau so aus, wie ein Rockfestival-Programm auch vor zehn, 15 oder 20 Jahren ausgesehen hätte. Nur die Toten Hosen und Motörhead fehlen (beide spielen, klar, beim Nova Rock). Rock in Vienna hat zwei Bühnen, die Menge der Bands ist mit gut zwei Dutzend vergleichsweise überschaubar. Der Vorteil gegenüber dem Großfestival in der Pampa liegt auf der Hand: Man kann seinen Rausch mit der U-Bahn nach Hause transportieren und muss ihn nicht im Zelt ausschlafen. GS

Donauinsel, Do 14.00 (bis 6.6.)


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