Stadtrand Urbanismuskolumne

Musik für die Massen: Public Viewing ist toll!

Stadtleben | aus FALTER 22/15 vom 27.05.2015

Man will jetzt nicht behaupten, dass die Stimmung bei Public-Viewing-Anlässen wie Fußball-WM oder -EM schlecht gewesen wäre. Aber. Die Fan-Meile, die die Stadt zum Wiener Song Contest vorm Rathaus aufgebaut hatte, funktionierte. Jedenfalls so lange, wie das Wetter mitgemacht hat. Und beim ersten Semi-Finale des internationalen Wettsingens kreischten die Public Viewer nicht nur, als die serbische Sängerin auf den Videomauern zu sehen war. Sogar Donnergrollen wurde vergnügt bejubelt, das Bälleballett natürlich auch. Kein Buh bei der Russin, ein kollektives Ahh! bei Conchita. Und als der Regen schließlich dichter wurde, machten es sich die Massen unter Schirmen und Fahnen gemütlich. Der Unterschied zu Fußball: Fieser Nationalismus funktioniert bei so vielen teilnehmenden Ländern, die alle gleichzeitig an einem Abend gegeneinander antreten, offenbar nicht so gut - wie schön.

Unser Vorschlag für das nächste Fußball-Großereignis: alle Teams an einem Abend spielen lassen. Das macht alles gleich viel entspannter. Vielleicht aber auch gerade nicht.


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