Vater von Beruf

Kindergärtner und Tagesväter sind in Wien noch immer die Ausnahme. Schade eigentlich

Stadtleben | EXOTENSCHAU: GEORG RENÖCKL | aus FALTER 22/15 vom 27.05.2015

Drahtig würde als Beschreibung passen: Wadeln und Wangen sind braungebrannt, dazu Kinnbart und Kappe - man sieht Stefan seine 50 Jahre nicht an. Das vor kurzem überwundene Burnout auch nicht. Auch Thomas hat arge Geschichten zu erzählen. Er ist jünger als Stefan und größer, hat die Haare zum Pferdeschwanz gebunden. Thomas wird emotional, wenn er von seinen Feierabenden erzählt und davon, wie ausgelaugt er nach 14-Stunden-Tagen immer ist. Hannes - Mitte 40, kurz geschorenes, schütter werdendes Haar - wirkt gelassener: Zerfallene Grießnockerln sind das bisher schlimmste Erlebnis in seinem neuen Job.

Die drei so verschiedenen Männer eint ihr seltenes Berufsfeld: Thomas und Hannes sind Tagesväter, Stefan ist Kindergartenpädagoge. Vielleicht sind sie Pioniere, auf jeden Fall sind sie Exoten: In den städtischen Kindergärten arbeiten derzeit 6300 Frauen, aber nur etwas mehr als 100 Männer. Auf 330 Tagesmütter kommen fünf Tagesväter.

Bis vor kurzem hatten auch die drei Männer ganz


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