Von roten Waschküchen, Turnsälen und Milchtrinkhallen am Wiener Gürtel

Politik | aus FALTER 22/15 vom 27.05.2015

Tröpferlbäder, Kindergärten, Turnsäle, Mütterberatungsstellen, Bibliotheken, Milchtrinkhallen - im Roten Wien war der Gemeindebau viel mehr als bloß ein Platz zum Wohnen und Schlafen.

"Beim Wohnhausbau soll nicht nur an die Sicherung des Obdaches, sondern auch an die körperliche und seelische Gesundheit und an den kulturellen Aufstieg der Bevölkerung gedacht werden", schrieben die Bauherren des Roten Wien damals. Die Ausstellung über die "Ringstraße des Proletariats", die bis Ende des Jahres im "Waschsalon" des Karl-Marx-Hofs zu sehen ist, zeigt nicht nur die teilweise imposante Architektur in dieser Gründerwelle des kommunalen Wohnbaus.

Die Ausstellung illustriert auch, wie sehr diese "Ringstraße des Proletariats" als Gegenentwurf zur bürgerlichen Ringstraße gedacht war, als ein Versuch, einen neuen, besseren Menschen zu schaffen.

Zusätzlich lädt der Flyer zur Ausstellung zu einem Spaziergang zu den einzelnen Gemeindebauten in Meidling und Margareten ein. Mit diesem kleinen Plan können die Besucher der Ausstellung so selbst erkunden, wie sich die Prunkbauten des Roten Wien in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben.

Informationen und Öffnungszeiten: http://dasrotewien-waschsalon.at

Die Ringstraße des Proletariats ist bis 20. Dezember im Waschsalon zu sehen


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