Bücher, kurz besprochen

Das "rote" und das "schwarze" Wien

Politik | FERDINAND LACINA | aus FALTER 22/15 vom 27.05.2015

Janek Wasserman, Assistant Professor für neuere deutsche und österreichische Geschichte an der University of Alabama, hat eine Untersuchung der intellektuellen Auseinandersetzungen im Wien der Ersten Republik vorgelegt. Sie ist bisher nur auf Englisch erschienen.

Zum Mythos vom "Roten Wien" gehört die Hegemonie des Austro-Marxismus, die in einer überwältigenden Stimmenmehrheit für die Sozialdemokratie, aber auch in der Unterstützung des intellektuellen Wien für die Linke zum Ausdruck kam.

Oft zitiertes Beispiel ist die Unterstützungserklärung für die Sozialdemokratie in der Wahlbewegung 1927, die von den großen Psychologen des Landes Sigmund Freud, Alfred Adler und Karl Bühler ebenso unterschrieben wurde wie von Hans Kelsen, Robert Musil und Franz Werfel, von Anton Webern und Egon Wellesz, von prominenten Malern und Architekten wie von führenden Frauenrechtlerinnen.

Wasserman stellt dem das "schwarze Wien" gegenüber, das sich in radikal-konservativen und deutschnationalen Organisationen


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