Die Kunst der Sinnentleerung

Zum Brüllen komisch: Herbert Fritschs Nonsens-Oper "Ohne Titel Nr. 1" kommt bei den Wiener Festwochen ins Burgtheater

Feuilleton | VORSCHAU: SARA SCHAUSBERGER | aus FALTER 23/15 vom 03.06.2015

Wer kennt das nicht? Man sitzt in der Oper und versteht kein Wort. In Herbert Fritschs neuestem Werk ist auch kein Wort zu verstehen. "Ohne Titel Nr. 1 - Eine Oper von Herbert Fritsch" heißt sein Stück, in dem die Schauspieler zwar immer wieder sprechen, aber in einer Sprache, die unverständlich bleibt. Der Klang ist vertraut, manchmal klingt es wie Schweizerdeutsch oder Wienerisch, aber die Worte haben keine Bedeutung mehr. Sie sind sinnentleert. Das Sinnentleerte ist Herbert Fritschs größte Kunst.

Zwölf Schauspieler und drei Musiker in glitzernd bunten Kostümen (Victoria Behr) und mit steifer Gummi-Haarpracht -bei den Männern erinnert das an Barbies Ken - treten mit großem Ernst im Orchestergraben auf. Sie tragen Glitzersakkos und große Fliegen, ihre Gesichter sind maskenhaft geschminkt.

Das Orchester spielt auf beziehungsweise startet den Versuch aufzuspielen: mit grellen Schreien, schiefen Tönen, E-Gitarren und Blockflöten. Dann treten die Schauspieler auf die Bühne mit dem


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