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IT-Kolumne

Medien | ANNA GOLDENBERG | aus FALTER 23/15 vom 03.06.2015

Das Internet funktioniert wie eine Demokratie, höre ich oft. Beweise gibt es ja genug. Denken Sie nur an all die Onlineabstimmungen! Sowohl für den "Ultimate Guy" von Men's Health als auch für das "Playmate of the Year" von Playboy zählen unsere Stimmen. Einziger Kritikpunkt: Passives Wahlrecht habe ich da leider nicht.

Eine Demokratie braucht auch online rechtsbewusste, kritische, aktive Bürger - zum Beispiel mich. Unrealistisch attraktiven Versprechen glauben? ("Sie sind der 1.000.000. Besucher! Klicken Sie hier für Ihren Preis!") Kommt bei mir nicht vor. Dass ich trotzdem klicke, geschieht aus reiner Neugier. Echt jetzt. Angeboten ungefragt zustimmen? ("Ich habe die Nutzungsbedingungen zur Kenntnis genommen.") Mach ich nie. Ich setze ein Häkchen und nehme mir vor, den Text später zu lesen. Aber erst muss ich meiner Onlinebürgerpflicht nachgehen und mir die Fotos aller waschbrettbäuchigen Ultimate Guys ansehen.


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