Bau dir deinen Sommer

Die Umgebung mit anderen Augen sehen: Der Architektursommer hält erstmals Einzug in der Steiermark

Steiermark | DONJA NOORMOFIDI | aus FALTER 23/15 vom 03.06.2015

Zu den Dachterrassen der Stadt hinaufklettern, in ihre Kanalisation hinabsteigen oder den Stadtrand erkunden, wo man Verschandelungen der Landschaft aus nächster Nähe begutachten kann - der "Architektursommer" ist eine gute Gelegenheit, die "gebaute Umgebung" mit neuem Blick zu sehen. Das Haus der Architektur (HDA) lud dazu ein, Ideen für den ersten "Architektursommer" zu liefern. Eine Qualitätsgrenze oder eine Jury gab es dabei nicht. "Wir wollten nicht die Stilpolizei sein, aber es sind alles ernsthafte Projekte", sagt Markus Bogensberger, Leiter des HDA. Zum Vorbild hat man sich den Hamburger Architektursommer genommen und der "funktioniert super".

In der Steiermark sind mehr als 100 Teilnehmer dem Ruf gefolgt - von Institutionen wie dem Kunsthaus über die Stadt Graz und das Forum Stadtpark bis hin zu Studierenden. Die Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Raum, Wohnen und Zersiedelung sind dabei zentrale Themen, der Architekturbegriff wird weit ausgelegt. Eine Führung zu den Gräbern auf dem Zentralfriedhof hat im Programm ebenso Platz wie ein Tanztheaterfestival oder Architekturstudierende, die durch die Steiermark touren und Planungsarbeiten gegen Naturalien anbieten.

Im September gibt's dann sogar Bananen aus Graz. Markus Jeschaunig bläst ein Gewächshaus auf, in dem er Bananen züchtet. "Oase 8" nennt sich das Projekt, das Gewächshaus wird mit der Abwärme einer Pizzeria betrieben. "Den ganzen Sommer ist fast täglich etwas los", verspricht Bogensberger. In dieser Woche empfiehlt sich der Film "baustelle land" (HDA, Mi 20.00). Dabei geht es um die Arbeit zweier Architekten, die sich mit Baukultur im regionalen Kontext befassen und etwa mit Bürgermeistern Konzepte erarbeiteten, wie man am Land sinnvoll bauen kann, ohne die Landschaft zu zersiedeln. Oder der Vortrag "Tausche Plumpsklos gegen neue Toilette" darüber, wie sich Ingenieure und Architekten in die Entwicklungshilfe einbringen können. (HDA, Do 19.00)


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