Die Rechte der anderen

Der Film "Wie die anderen" will die Kinderpsychiatrie enttabuisieren und stellt die Intimsphäre der Kinder aus

Feuilleton | ERÖRTERUNG: FLORIAN KLENK | aus FALTER 23/15 vom 03.06.2015

Der siebenjährige Dominik schreit, kriecht einsam über den Krankenhausgang, den Kopf gegen den Boden gedrückt. Man sieht auch das Gesicht von Sophie, die sich die Haut an Armen und Beinen aufritzte. Sie erhält eine Bluttransfusion. Die Kamera fährt in dem Film "Wie die anderen" ihre genähten Wunden entlang; wieder verharrt der Blick auf dem Gesicht. Dann ist da Lea, die von ihrer Notlage erzählt. "Angst, allein zu sein", hat auch Christoph, der verunsicherte Bub, der mit seiner Mutter auf der Couch Platz genommen hat. Er habe keine "schwere Basisstörung", klärt der Arzt auf.

Die Kinder, die in Constantin Wulffs Dokumentarfilm "Wie die anderen" auftreten, sind psychisch erkrankt, stecken in Krisensituationen. Sie sind dem Schutzraum der Abteilung für Kinder-und Jugendpsychiatrie des Landeskrankenhauses Tulln anvertraut. Nun aber stehen sie auf einmal in der Öffentlichkeit. Das wirft ethische, medizinische und medienrechtliche Fragen auf. Warum haben Erwachsene die Zurschaustellung


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