Gelesen Bücher, kurz besprochen

Der starke Mann am Bosporus

Politik | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 23/15 vom 03.06.2015

Am Sonntag wählt die Türkei ihr Parlament, schon jetzt ist klar, dass die AKP stärkste Kraft wird (siehe Seite 7). Es ist die Partei des umstrittenen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, der wie kein anderer seit dem Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk dem Land seinen Stempel aufgedrückt hat. Kaum ein ausländischer Politiker schafft es wie Erdoğan, auch in Österreich Massen zu polarisieren. Wer ist der Mann, der Demonstranten verprügeln, Journalisten inhaftieren, oppositionelle Unternehmer drangsalieren lässt und trotzdem von weiten Teilen der Bevölkerung als Held verehrt wird?

Die Journalistin Cigdem Akyol legt mit "Generation Erdoğan" ein aufschlussreiches Buch vor, das Erdoğans steinigen Weg zur Macht nachzeichnet. Erdoğan arbeitete sich aus armen Verhältnissen kommend zum Bürgermeister Istanbuls empor. Wegen seiner politisch-religiösen Ziele landete er in der streng laizistischen Türkei zunächst in Haft. Das Blatt wendete sich, als er mit seiner AKP 2002 seinen ersten


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