Verpatzte Geschichte: Adele im Proseminar

"Die Frau in Gold" geriet etwas ungelenk. Doch Helen Mirren und Ryan Reynolds überzeugen wie Harold und Maude

Feuilleton | FILMKRITIK: MICHAEL OMASTA | aus FALTER 23/15 vom 03.06.2015

Dem schöpferischen Akt widmet der Film eine knappe Minute. Hände tragen Blattgold auf eine Leinwand auf. Dann sagt Gustav Klimt zu seinem Modell: "Adele, du bist so unruhig." Darauf antwortet die schöne Adele mit sorgenvollem Blick: "Ja, wegen der Zukunft."

"Die Frau in Gold" beginnt wie eine verunglückte Parodie. Doch weil es sich um eine mehrheitlich britische Produktion handelt und das britische Kino von jeher auf gediegene period pictures spezialisiert ist, bleibt es nicht dabei. Anders als George Clooney, der vergangenes Jahr im Stil einer Militärklamotte vom großen Kunstraub der Nazis und seiner Restitution durch die "Monuments Men" erzählte, legen Regisseur Simon Curtis und Drehbuchautor Alexi Kaye Campbell ihren Restituierungskrimi rund um das Gemälde "Adele Bloch-Bauer I" durchaus ernsthaft an.

Ausgangspunkt ist das Los Angeles von 1998. Maria Altmann, jüdische Emigrantin aus Österreich, bittet Randol Schoenberg, einen jungen Juristen und Enkel des berühmten Komponisten,


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