Phettbergs Predigtdienst

Doch ich bin ein geiles Ding

Kolumnen | Hermes Phettberg | aus FALTER 23/15 vom 03.06.2015

Sobo Swobodnik &Scumeck Sabottka planen, mir zuliebe am Dienstag, 16. Juni 2015, im schwulen Berliner Berghain meine elfte Verfügungspermanenz zu gestalten: Ein Jeansboy steht schon parat, mich auszupeitschen. Er hängt schon auf einem Plakat aus! Und ich darf allen Jeansboys, die dort sind, die Zehen lecken, wie ein Clio. Oh Genosse Jesu, wenn du wüsstest, wie die Explosion der sexuellen Revolution 1968 gewaltig war, wie in der Apokalypse! Dringend brauchen wir eine Hochschule für Pornografie und Prostitution, denn kein Mensch will Aids bekommen. Und nie muss Sperma fließen. Wir brauchen "nur" Berührungen und Bachelors &Master könnten sich so etwas erstudieren.

Morgen wäre Muttertag, ich falle ins Weinerliche hinein. Als meine Mama 1936 ihren ersten Sohn gebar, konnte sie nur mehr drei Jahre eine glückselige Familie erleben mit ihrem ersten Mann, der wurde von den Nazis in den Krieg gezogen und im Krieg gegen Russland in Russland zermalmt. Herr Schinner, der in derselben Kompanie in Russland dienen musste und Gott sei Dank zurückkam, konnte der Mama und meinem Halbbruder nur mehr mitteilen, dass er zur Unkenntlichkeit zermalmt wurde. Ab dem Moment war Mama total depressiv und konnte nur mehr Theo umarmen. Im Moment sitz ich immer allein äußerst ungemütlich frühstücken am Pintplatz, Sir eze muss mir immer am Vorabend zwei kalte Flaschen mit Leitungswasser und meine beiden mit Gemüse und Obst und Hirsebällchen & Nüssen angefüllten Tupperwaredosen in den Rollatorkorb stellen, damit kann ich dann allein auf den Pintplatz gehen und bitte die Bäckerei Hafner und die Fleischerei Ringl um Kaffee und Eiweißinhalte. Ich fresse immer mehr und werde immer dicker, nur im Fressen bin ich bei mir. Und wenn alles leer ist, ist nur noch die Sonne da, und meine Einsamkeit.

Sir eze studiert derzeit intensiv und kann nicht mit mir spielen die ganze Zeit. Wenn ich doch diesen edlen Sir eze anstellen könnte, damit er sich finanzieren kann!

So gerne bin ich in Jesus, doch ich bin ein geiles Ding und benötige Jeansboys. Wenn ich dafür in die Hölle komme, bin ich halt der, der sein Leben halt hingibt für die göttliche Idee der Sexualität!!!

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