Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 24/15 vom 10.06.2015

Pop

FFS: FFS

"For fuck's sake", sagt der Engländer, wenn er einer Aussage höflich Nachdruck verleihen will. Dass Franz Ferdinand und Sparks für ihre gemeinsame Band die Abkürzung FFS wählten, passt also doppelt. Das peinliche Konzept Supergroup nehmen die schottischen Indiedarlings und das seltsame US-Brüderpaar nicht sonderlich ernst, sondern brechen es ironisch unter dem Motto "collaborations don't work". Diese hier schon: Die Chose klingt wie 1970er-Jahre-Sparks ("Kimono My House") mit neuer Begleitband. (Domino) SF

Pop

Algiers: Algiers

Dass Gospel, Punk, rebellische Gesten und antikapitalistische Botschaften gut unter einen Pop-Hut passen, hat die US-Band The Make-Up bereits in den späten 1990ern demonstriert. Ihre jungen Landsleute Algiers wählen einen ähnlichen Zugang. Was bei The Make-Up aber Style und Ästhetik waren, ersetzen sie durch Zorn und Kampfeslust, dazu kommen diverse disharmonische Elemente als Intensitätsverstärker. Ironie? Gibt es hier keine. Der finster-entschlossene Blick des Trios ist durchaus ernst gemeint. Gut so! (Matador) GS

Jazz

Ingrid Laubrock: Roulette of the Cradle

Die aus Deutschland stammende und in Brooklyn lebende Saxofonistin ist eine der interessantesten Jazzmusikerinnen der Gegenwart, und das Gleiche gilt für Gitarristin Mary Halvorson, deren charakteristischer Sound bestimmender Bestandteil von Laubrocks Quintett Anti-House ist (auf zwei Nummern von Oscar Noriega um einige exquisite Klarinettentupfer bereichert). Geboten wird zugleich introvertierte und exaltierte Improvisation, die klangdifferenzierter Feinarbeit den Vorzug vor großen Gesten gibt. (Intakt) KN


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