Wenn das Sterben zur Kunst wird: Agnes Palmisano singt über Wien und den Tod


Musikkritik: Stefanie Panzenböck
Feuilleton | aus FALTER 24/15 vom 10.06.2015

Agnes Palmisano unternimmt auf ihrem neuen Album eine weite Reise, vom Leben zum Tod und wieder zurück. "Wean und Schdeam" bedient dabei alle Klischees über den Wiener und sein Verhältnis zum Tod: vom Tod, der ein Wiener sein muss, bis zum Sterben, das in Wien einfach am schönsten ist.

Palmisano präsentiert 20 kunstvoll arrangierte und zum Teil neu komponierte Wienerlieder. Sie lässt ihre herbe Stimme mit koketter Leichtigkeit durch die Höhen des Wienerlieds schweifen und ergründet zugleich in tiefer, derber Tonlage die Abgründe der wienerischen Seele. Palmisano wechselt die Atmosphäre in ihren Interpretationen rasant, von zärtlichen Liebeserklärungen schwenkt sie unverhofft um in schneidendes Fluchen. Die klassische Gesangsausbildung und das Talent zur Schauspielerei kommen ihr dabei zugute.

Palmisanos Spezialität ist der Wiener Dudler, den sie als "Koloraturgesang im Dialekt" bezeichnet. Im CD-Booklet, in dem sie die Lieder sehr persönlich kommentiert, fügt sie hinzu: "Der

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