Fragen Sie Frau Andrea

Negerant, Nebbochant, Nabelbohrer, Neige


Andrea Maria Dusl

Kolumnen, FALTER 24/15 vom 10.06.2015

Liebe Frau Andrea,

unlängst dachten wir drüber nach, woher die wienerische Formulierung "neger sein" stammt. Den Zusammenhang mit dunkelhäutigen Menschen will ich nicht erkennen, viel mehr hab ich das französische "nègre" im Verdacht, denn wenn im Portemonnaie nichts ist, blickt man beim Blick in ebenjenes eben nur ins Schwarze. Allerdings ist man - so ganz ohne Kohle -ja auch abgebrannt. Aber was dilettier ich da rum, ich frag lieber jemanden, der sich auskennt.

Liebe Grüße und schon mal besten Dank für die Antwort, der Christoph Reicher, per E-Mail

Lieber Christoph,

das rassistisch besetzte, erst im Zuge des Kolonialismus ins Deutsche übergetretene "N-Wort" mag in manchen Volksetymologien noch als Ursprung unseres Begriffs herumspuken, tatsächlich liegen die Dinge (auch in der Schreibweise) anders. Mit "néga sein" und "néga gehn" bezeichnet der Wiener den (momentan) geldlosen Zustand beziehungsweise das Zur-Neige-Gehen der Liquidität. Erst spät ist der "Négerant" zu lyrischen

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