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IT-Kolumne

Medien | ANNA GOLDENBERG | aus FALTER 24/15 vom 10.06.2015

Nun sag, wie hast du' s mit den Passwörtern?" Wer Digitaleinheimischen die Gretchenfrage stellt, wird auf ausweichende Antworten stoßen ("Lass das, mein Kind!"). Schließlich lassen sich von der Wahl der Passwörter oft Schlüsse auf die politische Einstellung und seelische Verfassung des Benutzers ziehen.

Wer den Namen des ersten Haustiers eintippt, träumt von Vorstadtidylle mit Gartenzwerg; wer den Geburtsort oder gar das Lieblingsland verwendet, will mal Unabhängigkeitskämpfer werden.

Ich habe kürzlich, nachdem ich auf Youtube ein Interview des britischen Komikers John Oliver mit Edward Snowden sah, meine Strategie überarbeitet. Man solle Phrasen anstatt Wörter benutzen, Sonderzeichen hineinmischen und auf Ausdrücke verzichten, die im Wörterbuch stehen, riet Snowden. Jetzt habe ich lauter toll verschlüsselte, absolut wertneutrale Passwörter. Hoffentlich fragt Gretchen nicht, wie ich mir diese merke.


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