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Feiertag für Joyce-Leser: Der Bloomsday in Wien

Lexikon | SF | aus FALTER 24/15 vom 10.06.2015

Fans von James Joyce müssen sich den 16. Juni nicht extra im Kalender anstreichen. Sie wissen, dann wird in aller Welt der Bloomsday gefeiert. An diesem Tag im Jahr 1904 schickte Joyce seinen Leopold Bloom in "Ulysses" auf eine sprachliche Odyssee durch Dublin. Der erste österreichische Bloomsday ist laut Rolf Schwendters Buch "Subkulturelles Wien" 1966 gefeiert worden. Mittlerweile handelt es sich dabei um eine Institution. Und so wird auch heuer James Joyce, seinem Roman "Ulysses" und dessen Helden Leopold Bloom gehuldigt.

Gleich vier Veranstaltungen finden statt -drei davon direkt am Bloomsday, eine andere bereits am 12. Juni. Im Radiokulturhauses gibt es am Freitag eine "Babylonische Lesung" aus dem "Ulysses". Meinhard Rauchensteiner und Mitstreiter gestalten eine "polyglotte Crossover-Einführung" in das Werk. Neben einer subjektiven Präsentation des Romans und seiner vielfältigen Österreichbezüge ist eine Performance-Lesung in mehr als zehn Sprachen samt Gesangseinlagen zu erleben. Direkt am Bloomsday steigt im Literaturhaus eine literarische Sause mit dem Titel "yes I said yes I will yes - celebrating Bloomsday 2015". Autoren, Künstler und Wissenschaftler wie Gustav Ernst, Barbi Markovic oder Christiane Zintzen lesen und performen ihre persönlichen Zugänge zu Joyce. Gleich zum "Feiertag der Augartenstadt" wird der Bloomsday vom Aktionsradius erklärt, am Abend wird mit einer Tanzperformance, einem Vortrag von Richard Wall sowie Lieder und Gedichten vom Nino aus Wien und Natalie Ofenböck gefeiert. In Ottakring begeht man den Bloomsday unter dem Motto "Visionen und Utopien", mit dabei sind Gerald Grassl, Heidrun Karlic (Fotosafari) und Bernadette Stummer (Videcollage).

Radiokulturhaus, Studio 3, Fr 19.30 Literaturhaus, Di 19.00 Aktionsradius Wien, Di 19.00 Club International, Di 19.00


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