Pop Tipps

Grantiger Punk, queerer Pop und sanfte Elektronik

Lexikon | GS | aus FALTER 24/15 vom 10.06.2015

Das Ö-Pop-Konzert der Woche spielen Bilderbuch (siehe Interview auf Seite 3), an stilistisch ganz unterschiedlichen Alternativen herrscht freilich kein Mangel. So finden dieser Tage etwa gleich vier Plattenpräsentationen lokaler Acts statt. Los geht es am Freitag mit einem Doppelpack. In der Arena stellt die Punkband Dim Prospects ihre erste LP vor (Dreiraum, 20.00). Die Band selbst mag zwar eine Debütantin sein, ihre sechs Mitglieder schleppen teils aber schon einen gut mit Geschichte(n) gefüllten Rucksack mit sich herum, waren sie unter anderem doch bei Target Of Demand und Brambilla tätig. Dim Prospects legen es englischsprachig, geradlinig, wuchtig und alles andere als frohnaturig an, der Schmäh kommt trotzdem nicht zu kurz.

Grundverschieden ist "Lab Rats, Escape!" angelegt, das Debüt des Wiener Duos Aiko Aiko, das im Rhiz gefeiert wird (Fr 22.00, Eintritt frei). Ebenso reduzierte wie atmosphärische Elektronik trifft hier auf zurückhaltenden Gesang, der aus einem Nebel des Verwunschenen herzuwehen scheint. Die Stücke dauern zwischen knapp zwei und mehr als zehn Minuten, markante Melodien und tanzbare Beats gibt es nur bedingt. Auf wohldurchdachte Weise experimentell, wollen Aiko Aiko nicht handlich und gefällig sein, sie wollen, dass man ihnen zuhört. Spannend!

Vermutlich etwas mehr Partyaction gibt es tags darauf, ebenfalls im Rhiz (22.00, Eintritt frei), bei der großartigen Denice Bourbon und ihrem queerfeministischen "Elektropop-Lässigkeit trifft Schwarzkittel-Momente"-Quartett Me and Jane Doe, das, noch ein Debüt, eine schicke Vinyl-Mini-LP vorzustellen hat. Und dann wären da noch We Walk Walls, ebenfalls zu viert, die im Fluc (Sa 21.00, Eintritt frei) ihr zweites Album "Opportunity" präsentieren, wiederum randvoll mit schwelgerisch-schönem Indie- Synthiepop.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige