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Warum sind Sie jetzt eine grüne Hexe, Frau Vassilakou?

Politik | Interview: Nina Horaczek | aus FALTER 24/15 vom 10.06.2015

Zuerst ließ sich Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) mit Klebeband an die Wand fesseln und "Ich soll den Häupl Michi nicht immer so ärgern" darunterschreiben. Jetzt hängt ein neues Plakat von ihr an der Wienzeile. Auf diesem hat sich Vassilakou von den Fesseln befreit und fliegt auf einem Besen stehend davon. "Sorry, Michi. Ich muss zu deiner ewigen Baustelle: Bildung" ist darauf zu lesen.

Wie viel Meter Klebeband haben Sie in den vergangenen Wochen verbraucht?

Gar nicht so viele. Ich bin ja nicht selbst auf der Wand gepickt, da wurde mein Kopf im Computer auf einen anderen Körper montiert. Aber auf dem Besen bin ich jetzt selbst gestanden, das bin wirklich ich.

Warum sind Sie jetzt eine Hexe?

Weil mir das Sujet am besten gefallen hat. Es gab auch die Option, dass ich mich mit einem Seil oder einer Hängematte befreie. Aber das mit dem Besen war das Witzigste.

Und wieso fliegen Sie zur "Baustelle Bildung"?

Weil das eine der wichtigsten Baustellen in Wien ist. 20 Prozent der 15-jährigen Wiener können nicht sinnerfassend lesen oder rechnen.

Die Grünen sind seit Jahren in der Stadtregierung. Warum tun Sie nichts?

Weil das Bildungsressort in den letzten fünf Jahren nicht im grünen Verantwortungsbereich war. Aber wir fordern tausend Lehrer mehr für Wien und wollen den Proporz aus der Schule rauskicken.

Sind diese Plakate ein Vorgeschmack auf den grünen Wahlkampf?

Ja, der soll zumindest genauso frech und witzig werden.

Wenn Sie könnten: Wie würden Sie den Bürgermeister an die Wand plakatieren?

In Zusammenhang mit Rot-Blau im Burgenland wäre das Festkleben des Bürgermeisters mit Klebeband doch ganz passend, finde ich.


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