Warum Europas Asylrecht nicht funktioniert

Drei Menschenrechtsexperten legen eine kompakte Analyse der EU- Asylpolitik vor und bieten kluge Reformvorschläge

Politik | Rezension: Verena Ringler | aus FALTER 24/15 vom 10.06.2015

Etwa 23.000 Menschen sind seit der Jahrtausendwende beim Versuch, nach Europa zu flüchten, umgekommen -nicht dokumentierte Tode nicht mitgerechnet. Dieses Jahr, so der Menschenrechtsexperte und Autor Julian Lehmann, werden vermutlich allein auf dem Wasserweg wieder 200.000 Menschen versuchen, nach Europa zu gelangen. "Die Chance, dabei ums Leben zu kommen, war nie so groß wie heute", so Lehmann.

Anfang Mai veröffentlichte er gemeinsam mit Wolfgang Grenz, dem ehemaligen Geschäftsführer von Amnesty International Deutschland und Stefan Keßler, Referent beim Jesuiten-Flüchtlingsdienst in Brüssel, ein kleines Buch zu Europas Geschichte und Politik im Umgang im Flüchtlingen. "Schiffbruch - Das Versagen der europäischen Flüchtlingspolitik" ist eine überfällige Publikation für Einsteiger in das Thema.

Asyl war früher das Recht eines Staates gegenüber einem anderen Staat

Dass Menschen Zuflucht suchen, ist nicht neu - auch nicht, dass sie das dürfen. Ursprünglich meinte Asyl einen


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