Stadtrand Urbanismuskolumne

Was Wien noch von Berlin lernen könnte

Stadtleben | aus FALTER 25/15 vom 17.06.2015

Jemand war in Berlin gewesen und hat von dort neben dem Plusquamperfekt auch jede Menge gute Laune und Ideen für Wien mitgebracht. Zum Beispiel sind die meisten Menschen in der deutschen Hauptstadt ähnlich ruppig, bleiben dabei aber ungleich geschmeidiger als wir hier in Wien. Oder wie wäre es, wenn man sich bei uns zwei Sessel (und Drinks) aus einem Schanigarten nimmt, um auf der anderen Straßenseite in der Abendsonne zu sitzen? Aufschrei! Wenn man im grindigsten Supermarkt Berlins, dem Kaisers am Kotti, schnell noch eine Flasche pipiwarmen Sekt aus dem nicht funktionierenden Kühlschrank kauft, grinst einen die Kassiererin fröhlich an und rät: "Aber nicht in der prallen Sonne trinken." Würden Wiener Supermarktmenschen sich den Job mit Nettsein erträglicher machen? Leider nein.

Überhaupt sind die Berliner fürchterlich gesprächig und mitteilsam. Sogar auf dem Rückflug machte der Flugbegleiter Scherze: "Wer Hunger oder Durst hat, kommt einfach nach vorn." Doch, Wien ist eh auch schön. Immerhin hat nach der Landung niemand gemeckert.


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