Die Roten sahen schwarz

Franz Voves' Abgang stürzt seine Partei ins Chaos und bringt die Volkspartei zurück an die Spitze. Wer sind die neuen Chefs und welchen Kurs nimmt die Steiermark jetzt?

Steiermark | ANALYSE: DONJA NOORMOFIDI GERLINDE PÖLSLER | aus FALTER 25/15 vom 17.06.2015


Foto: J. J. Kucek

Foto: J. J. Kucek

Hermann Schützenhöfer hat sich erstaunlich schnell in die Rolle des Landesvaters eingefunden. „Ihr könnt zu ihm auch Landeshauptmann sagen – wenn ich nicht dabei bin“, feixt er und deutet auf seinen Stellvertreter Michael Schickhofer, 35 Jahre jung und erst seit wenigen Stunden Parteichef. „Sie können auch Michael sagen“, sagt dieser in die Runde der Journalisten. Ob sich zwischen den beiden ein Vater-Sohn-Verhältnis entwickeln könnte, fragt einer. „Das täte mir ganz gut gefallen“, sagt Schützenhöfer. Er hat es wohl nicht böse gemeint, für viele SPÖler wird es trotzdem wie eine Drohung klingen.

In der Steiermark herrschen neuerdings seltsame Verhältnisse: SPÖ-Chef Franz Voves gab offenbar kampflos den Landesthron an die ÖVP ab, dabei waren die Roten trotz herber Verluste doch stärkste Partei bei den Wahlen. Die rote Basis steht unter Schock. „Wir haben die Hosen bis zu den Knöcheln heruntergelassen“, meint der rote Gewerkschafter Josef Muchitsch. In welche Richtung wird die Regierung Schützenhöfer nun gehen – mit einer erstarkten FPÖ im Nacken, die im Landtag gleich viele Mandate hat wie die Volkspartei selbst?


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