Punk mit Zuckerguss

Schickes aus dem Wiener Untergrund: Kristy and the Kraks deuten den Girlgroup-Pop der Sixties prächtig rumpelig

Feuilleton | PORTRÄT: GERHARD STÖGER | aus FALTER 25/15 vom 17.06.2015

Ein Freitagabend im Gürtellokal Rhiz. Zwei identisch gekleidete Frauen -hautenger Raubtiermusterbody, Leggings, High Heels - stehen auf der Bühne und machen Krach. Abwechselnd spielen sie Gitarre und Stehschlagzeug, auch den Gesang teilen sie schwesterlich. Die eine kiekst mädchenhaft, die andere intoniert kühl distanziert.

Es ist nur eine der produktiven Ambivalenzen, die Kristy and the Kraks prägen. Dem Duo geht es um das Neben-und Miteinander von Aufgekratztheit und Coolness, von Lieblichkeit und Gefährlichkeit, von Sixties-Girlgroup-Pop und Punk-Minimalismus. Sexy, nett und harmlos spielt es hier nicht, bei aller Lust am Aufbrezeln sind die beiden Frauen auch Unruhestifterinnen.

Kristy and the Kraks kommen aus Wien, obwohl sie auf der Bühne nur englisch sprechen -lustvoll inszeniert, wie der Rest ihrer Performance. Komplexe Songstrukturen sind ihre Sache nicht, ebenso wenig Texte, die als Ventil einer gequälten Künstlerinnenseele fungieren, oder Botschaften, die die Welt verändern


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