"Lesen Sie überhaupt noch eine Zeitung?"

Der deutsche Spiegel-Reporter Cordt Schnibben über das Verhältnis der Journalisten zu ihren Lesern und darüber, wieso er Zeitungen lieber auf Facebook und Twitter liest


INTERVIEW: NINA HORACZEK
Medien | aus FALTER 25/15 vom 17.06.2015


Foto: SPIEGEL/Bernhard Riedman

Foto: SPIEGEL/Bernhard Riedman

Es war der 27. Jänner 2010, an dem Cordt Schnibben merkte, dass sich der Journalismus neu erfinden muss. Damals präsentierte Apple-Gründer Steve Jobs das iPad. Gemeinsam mit dem Smartphone veränderte es unseren Medienkonsum radikal. Spiegel-Reporter Cordt Schnibben beschloss, sich auf die Suche nach dem Journalismus der Zukunft zu machen. Seit fast zwei Jahren bereist er den „digitalen Kosmos“, wie er es nennt, und arbeitet im Spiegel daran, Print und Online möglichst ideal zu einem Ganzen zu verbinden.

Falter: Herr Schnibben, Sie sind seit 1989 beim Spiegel. In diesen Jahrzehnten hat sich der Kontakt zwischen den Zeitungen und ihren Lesern stark verändert. Welche Rolle spielten die Leserinnen und Leser aus Ihrer Sicht damals, und welche spielen sie heute?

Cordt Schnibben: Damals waren Leser nur ungeliebte Zaungäste, die man in Kauf genommen hat. Durch die große Leserbriefredaktion des Spiegels haben wir Journalisten überhaupt nur eine Auswahl der Leserreaktionen zu Gesicht bekommen. Das war natürlich sehr bequem für uns, da mussten wir uns nicht mit Kritik auseinandersetzen.

  1345 Wörter       7 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige

Anzeige