Absichtlich hässlich

Warum Mom-Jeans kein feministisches Statement, sondern bloß eine weitere Modewiederholung sind


STILKRITIK: BIRGIT WITTSTOCK
Stadtleben | aus FALTER 25/15 vom 17.06.2015

Sie waren der modegewordene Albtraum der frühen 90er-Jahre: hellblaue Jeans mit langen Reißverschlüssen, der Hosenknopf in der Höhe des Bauchnabels, an den Beinen karottig geschnitten. Praktisch und bequem, so etwas wie Birkenstockschlapfen für das Gesäß. Diese Jeans from hell verwandelten ausnahmslos jeden Knackarsch in einen unförmigen Riesenhintern. Und weil dieses Modell nicht nur in der Teenieserie "Beverly Hills 90210" Standarduniform war, sondern - eventuell sogar mit Bügelfalte -im Kasten jeder Hausfrau hing, wollten die coolen Kids damals schon tiefer gelegte Röhrenjeans. Wie das in der Mode eben immer so ist, liefen bald nicht mehr bloß die Hipster mit Skinny-Jeans herum, sondern nach Britney Spears und Co ließen so ziemlich alle tief ins Maurerdekolleté blicken.

Denn seit den Nuller-Jahren wurden die Jeans immer stretchiger, immer tiefliegender und immer enger. Skinny war das neue Mom. 2003 wurden in der amerikanischen Comedyshow "Saturday Night Live" in einem parodistischen

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