Seinesgleichen geschieht Der Kommentar des Herausgebers

Das Ende der Sozialdemokratie oder die Neuerfindung des Sozialismus

Falter & Meinung | VON ARMIN THURNHER | aus FALTER 25/15 vom 17.06.2015

Zu lange ist das her. Dreißig Jahre, nachdem der liberale Soziologe Ralf Dahrendorf das Ende des sozialdemokratischen Jahrhunderts ausrief, ist es auch hier soweit. Die SPÖ hängt in den Seilen, die Schmährufe aus dem Publikum helfen ihr nicht wirklich. Aber sie klammert sich an die Macht. Machterhalt an sich ist übrigens keine politische Schwäche; es kommt darauf an, wie man ihn beherrscht.

In den letzten Jahrzehnten erlebten wir den Abschied von der Politik, vor allem von linker Politik. Das staatliche Paradigma, das paternalistisch-bevormundende, das protektiv-schützende, durfte in einer modernen Welt keine Rolle mehr spielen. Politische Sprache, politische Rhetorik der Linken schienen diskreditiert.

Nun war Freiheitssprech angesagt, dauernd musste man von der Zukunft reden, dabei hatten doch die Sozialdemokraten die Zukunft gepachtet, mit uns zieht die neue Zeit, lautete einst ihr Slogan. Ein Wahlplakat aus den 1950er Jahren zeigt ein schwarzes Pferdegespann auf dem Weg nach unten


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