Richtung Zukunft durch die Nacht

Jugendrebellion in Schwarzweiß: Christian Frosch erzählt in "Von jetzt an kein Zurück" von Liebe, Flucht und Trauma

Feuilleton | ELOGE: MICHAEL OMASTA | aus FALTER 25/15 vom 17.06.2015

Ein Menetekel. Für eine Sekunde blitzt am Ende der Titelsequenz die berühmte Aufnahme des jungen Fotografen Bernard Larsson auf, die wie kaum eine andere das gesellschaftliche Klima in der Bundesrepublik der späten 1960er beschreibt. Der von einem Polizisten hinterrücks niedergeschossenem Demonstrant Benno Ohnesorg liegt auf der Straße in seinem Blut; die Studentin Friederike Hausmann kauert neben ihm, hält den Kopf des Sterbenden behutsam in Händen.

Martin besucht das Gymnasium, verehrt Rimbaud und wäre vielleicht selbst gern Schriftsteller. Ruby, die eigentlich Rosemarie heißt, ist Mitglied im Kirchenchor, jobbt heimlich in einem Plattenladen und träumt von einer Karriere als Sängerin. Harry, ihr gemeinsamer Freund, weiß, dass die zwei ein Paar sind, niemand sonst braucht davon zu erfahren; Rubys rabiater Vater, ein braver Katholik -und früher ebenso braver Wehrmachtssoldat -, schon gar nicht.

Eine Jugend in der westdeutschen Provinz anno 1968. Mit ein paar kräftigen Strichen


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