Die letzten Tage des Bundeskanzlers

Vor der Wien-Wahl? Nach der Präsidentschaftswahl? Kein Roter rechnet derzeit damit, dass Werner Faymann das nächste Jahr politisch überlebt. Außer er selbst. Vielleicht

Politik | ANALYSE: BARBARA TÓTH | aus FALTER 25/15 vom 17.06.2015

Bruno Kreisky blickt nachdenklich in Schwarzweiß gerahmt auf Gerhard Schmids Schreibtisch im Bundeskanzleramt. Schmids Fenster geht zum Innenhof. Bald wird der Herr mit dem weißen Rauschebart und den charakteristischen Augenbrauen von seinem neuen Arbeitsplatz über den Volksgarten hinweg bis zum Rathaus sehen. Dann, wenn er Anfang Juli die Bundesgeschäftsführung von Norbert Darabos übernimmt.

Schmid ist der richtige Mann zur falschen Zeit am falschen Ort. Der 55-Jährige ist das, was man einen Parteiintellektuellen nennt. Eloquent, belesen und im Kabinett des Kanzlers zuletzt unter anderem für Religionsfragen und den Kontakt zur Zivilgesellschaft zuständig. Er ist ein Schönwetterparteimanager, keiner, der eine verzweifelte, zerbröselnde Partei wie die SPÖ im Jahr sieben der Ära Werner Faymann zusammenhält. Er wäre in der Parteiakademie besser aufgehoben.

Wie lange macht Faymann es noch? Diese Frage treibt die Genossen um, seitdem quasi amtlich ist, dass Burgenlands Landeshauptmann


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