Kabarett Kritik

Das Ende ist nah! Eine Collage am Abgrund

Lexikon | aus FALTER 25/15 vom 17.06.2015

Hosea Ratschillers "Der allerletzte Tag der Menschheit (jetzt ist wirklich Schluss!)" ist naturgemäß kürzer als Karl Kraus' mehrtägiges "Marsdrama". Dafür spielbar. Statt 200 Szenen gibt es nämlich nur rund zwei Dutzend humorvolle Monologe und Gespräche zur aktuellen Lage der Nation am Abgrund. Ratschiller gibt in seiner satirischen Collage unter anderen einen Minister im Thai-Massage-Salon, einen Glücksspielkonzern-Direktor auf der Suche nach seinem Gewissen, einen Obdachlosen und einen Publikumsliebling, dessen Dankesrede fatal ins Private abgleitet. In Summe ein ebenso beklemmendes wie hochgradig amüsantes Sittenbild unserer Gesellschaft und Gegenwart. Den instrumentalen Soundtrack und adäquate Gesänge steuert das Duo RaDeschnig bei. PETER BLAU

Stadtsaal, Fr 20.00


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