Sonnwendfeuer heute: "Da wird gern das Unpolitische herausgekehrt"

Stadtleben | SP | aus FALTER 25/15 vom 17.06.2015

Die Tradition der Sonnwendfeuer gibt es in Europa seit Jahrhunderten. Kirche und Politik haben sie für ihre Zwecke eingesetzt. Herbert Nikitsch vom Institut für Europäische Ethnologie ist Experte für dieses Brauchtum.

Falter: Zur Sommersonnenwende steht die Sonne über dem nördlichen Wendekreis. Seit wann wird dieses Ereignis gefeiert?

Herbert Nikitsch: Das erste Archivale, in dem von einem Feuer zur Sonnenwende die Rede ist, stammt aus dem zwölften Jahrhundert, ab dem 14. Jahrhundert häufen sich die Quellen, auch für Wien. Im Weiteren ist das Sonnwendfeuer vor allem für den ländlichen Bereich bezeugt, meist haben es die unverheirateten Burschen des Dorfes veranstaltet. Es gab auch immer wieder Verbote, weil zum Beispiel der Holzverbrauch zu hoch oder der Brandschutz nicht gewährleistet war. Jedenfalls breitet sich der Brauch des Sonnwendfeuers im 19. Jahrhundert stark aus, wobei da die Organisation durch Vereine im Vordergrund steht.

Auch durch politische Vereine?

Nikitsch: Natürlich.

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