Theater Kritik

Nach Gutsherrenart: Hofmannsthal in der Scala

Lexikon | MARTIN LHOTZKY | aus FALTER 25/15 vom 17.06.2015

Ein unguter Mensch, dieser Theodor, seit Jahrzehnten Kammerdiener bei Frau Altbaronin! Ihr droht er mit Kündigung, wenn sich ihr Sohn, der junge Baron Jaromir, nicht seinen Moralvorstellungen beugt. Der nämlich will sich auf dem Landsitz einen Harem zulegen und hält sich für einen begnadeten Schriftsteller. In Hofmannsthals aristo-nostalgischem "Der Unbestechliche" triumphiert am Ende Theodor, und alle sind irgendwie glücklich. Regie führt Peter M. Preissler, Georg Kusztrich glänzt als schlauverschlagener Domestik. So ein reaktionäres Lustspiel überrascht im Programm des Theaters zum Fürchten. In kurzen Momenten, etwa wenn Theodor Jaromirs Sohn herzt, ist das allerdings schon gruselig, wenn auch vermutlich unbeabsichtigt.

Scala, Fr, Sa, Di-Do 19.45 (bis 27.6.)


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