Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 25/15 vom 17.06.2015

Pop

Juleah: Melt Inside the Sun

Selten ein derart starkes Debüt gehört, das sich so gar nicht um Trends und -vermeintliche -Coolness schert. Die Vorarlberger Sängerin und Gitarristin Julia Hummer vertraut auf die Kraft ihrer Musik -und tut gut daran. Ihr Sound bewegt sich zwischen entschleunigtem Früh-1990er-Psychedelic und Anklängen an Westcoast-Rock, außerdem hat Juleah den Blues in der Stimme. Das Album umfasst zehn Songs, klingt aber wie ein einziger, der den Hörer langsam hypnotisiert und der Außenwelt enthebt. Toll. (Konkord) SF

Pop

Me and Jane Doe: Me and Jane Doe

Der Bandname lässt ein Duo vermuten, tatsächlich ist Me and Jane Doe um die in Wien heimisch gewordene schwedische Performancekünstlerin Denice Bourbon ein Quartett. Queer, feministisch, cool und schick sind die zugehörigen Attribute. Die sieben angenehm abwechslungsreichen Songs des auf Vinyl gepressten Debüts bewegen sich im Grenzgebiet von Lieblichkeit vermeidendem Synthiepop, Gruftikram und angriffslustiger Gitarre; dazu kommt prägnanter Gesang der Marke "lässige Dramatik".(Kim) GS

Klassik

Christiane Karg: Scene!

Wütend, verzweifelt, am Rande des Zusammenbruchs: Die deutsche Sopranistin widmet ihr Album tragischen Frauenfiguren in Arien von Beethoven, Haydn, Mozart und Mendelssohn. Sechs extreme Einzelszenen bieten verlorene Gestalten, Gefühle auf engstem Raum und eine fantastische Interpretin, der es scheinbar mühelos gelingt, diese emotionalen Extremzustände zu durchleben. Großes Opernkino, perfekt in Szene gesetzt von dem englischen Kammerorchester Arcangelo unter Jonathan Cohen. (Berlin Classics) MDA


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