Tiere

Fernschreiben

Falter & Meinung | aus FALTER 25/15 vom 17.06.2015


Man geht spazieren, liest die Zeitung: Tote auf der Autobahn, Tote in Pakistan, ein Flugzeug abgestürzt, Minister erholen sich; in München wird Fasching sein, war ein Bankeinbruch, gab es Tote, wird Olympia sein. Ferienzeit, Löwezeit, August, nichts für mich, diese lahme, lähmende Ferienzeit.“ Dieses Lied schrieb Hildegard Knef im Jahr 1971, und der Text ist auch nach 44 Jahren zeitlos gültig. Wer die Frage „Wohin fährst du diesen Sommer?“ mit „Nirgendwohin“ beantwortet, wirkt entweder depressiv oder riecht nach prekären Lebensumständen. Für die meisten Tiere hingegen sind die Sommermonate Zeiten des Hochbetriebs. Da wollen der Nachwuchs und das eigene Hüftgold zur Winterfestigkeit aufgefüttert werden, man darf nicht selbst zur Beute werden, und diverse partnerschaftliche Verpflichtungen stehen auch an. In den Urlaub nach Süden fliegt man frühestens im Herbst, und die Ferienzeit beginnt für viele erst im Winter.

Für jene Menschen, die mit Tieren in einer festen Partnerschaft leben, beginnt jetzt auch die Arbeit: Wohin mit den Haustieren, wenn man selbst die Welt bereist? Zum Glück gibt es für pelzige und gefiederte Lieblinge – zumindest in größeren Städten – viele Angebote, die mit „Tier“ beginnen und auf -hotel, -pension oder -service enden. Katzen und Nagetiere, die in der Wohnung allein zurückbleiben können, werden vor Ort um jeweils ca. 13 Euro pro Besuch betreut. Bei Hunden steigt der Preis auf etwa 25 Euro, wobei zusätzlich für jeweils eine Stunde „Gassi gehen in der Wohnumgebung“ um die 18 Euro anfallen.


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