Schausbergers Festwochentagebuch Notizen einer Festivalbesucherin im Theaterrausch (5)

Liebesgeschichten haben kein Happy End

Feuilleton | aus FALTER 25/15 vom 17.06.2015

Montag, 8. Juni: Liebes Tagebuch! Draußen ist es hochsommerlich heiß, aber im Akademietheater fällt Schnee. Der australische Regisseur Simon Stone hat Ibsens Drama "John Gabriel Borkman" in die Gegenwart versetzt, und das ist ziemlich witzig. Internet und Facebook sind allgegenwärtig und sogar die Therapie geht mittlerweile über Skype. Gut für die Borkmans, die seit Johns Entlassung aus dem Gefängnis das Haus nicht mehr verlassen. Es ist eine Freude, wie hier die Menschen und die Requisiten aus dem Schnee auftauchen. Birgit Minichmayr ist eine toll versoffene Gunhild und Martin Wuttke mit langen Haaren ein verhärmter Borkman.

Eigentlich ist die Geschichte ziemlich traurig, aber davon spürt man hier nicht so viel. Selbst zum Schluss nicht: Borkman stirbt und hebt die Hand zum Victory-Zeichen.

Dienstag, 9. Juni: Es schneit schon wieder auf der Bühne. In "We don't speak to be understood" machen zwei Männer komische Sachen. Zum Beispiel leert sich der eine Unmengen an Honig in den

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