Am Apparat Telefonkolumne

Nützen Rumänen unser Land aus, Frau Davidoiu?

Politik | INTERVIEW: NINA BRNADA | aus FALTER 25/15 vom 17.06.2015

Sebastian Kurz, Bundesminister für Europa, Integration und Äußeres findet, man sollte die Familienbeihilfe für jene Arbeitnehmer kürzen, deren Kinder im Ausland leben (siehe Seite 6). Als Beispiel nannte der Minister vor allem Kinder rumänischer Eltern. Wie viele Kinder in Rumänien österreichische Familienbeihilfe erhalten, ist dem zuständigen Familienministerium nicht bekannt. Die rumänische Botschafterin in Wien, Silvia Davidoiu, ist über die Idee von Minister Kurz verwundert.

Frau Davidoiu, was halten Sie von der Idee des Außenministers, die Familienbeihilfen für jene Arbeitnehmer zu kürzen, deren Kinder im Ausland leben?

Zunächst finde ich es überraschend, dass in diesem Zusammenhang als allererstes Rumänien genannt wird, denn Faktum ist, dass die diesbezüglichen statistischen Daten, die uns von unseren österreichischen Partnern zur Verfügung gestellt wurden, nie etwas von der angedeutete Größenordnung widergespiegelt haben. Unseres Wissens ist die Zahl der rumänischen Familien, die Familienbeihilfe aus Österreich beziehen, relativ gering.

Sehen Sie Ihre Staatsbürger im Recht?

Ich glaube, dass die meisten unserer Staatsbürger, die in Österreich leben, hier arbeiten und deren Kinder die Familienbeihilfe bekommen auch das Recht auf ihrer Seite haben. Denn diese Menschen sind hier in Österreich auf dem Arbeitsmarkt registriert und sie bezahlen hier Steuern.

Wie war Ihr bisheriger Kontakt mit österreichischen Behörden?

Bisher war die Zusammenarbeit in Österreich immer sehr korrekt. Uns als Botschaft hat natürlich auch immer die Frage interessiert, wie es um den kolportierten Sozialmissbrauch steht, der Rumänen oft nachgesagt wird. Dabei haben aber selbst die zuständigen Behörden immer nur von Einzelfällen gesprochen, nie war die Rede von einem Phänomen.


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