Musiktheater Kritik

Viel moralisierender Versöhnungskitsch

Lexikon | aus FALTER 25/15 vom 17.06.2015

Die Figuren des auf der Insel gestrandeten Shakespeare-Hofstaats sind im Libretto von The Tempest so gezeichnet, dass man sich ja auskennt. Es singen nacheinander ihre von Thomas Adés gekonnt und brav typengerecht komponierten Nummern. Wie Wotan schreitet Adrian Eröd als Prospero ständig mit Zauberstab statt Schwert herum, es gibt einen König von Neapel, der um seinen vermeintlich ertrunkenen Sohn trauert, welcher sich unterdessen für Prosperos Tochter Miranda als Märchenprinz entpuppt, einen besonnenen Vermittler, einen Trunkenbold. Am besten gelungen sind der Koloraturengeist Ariel (Audrey Luna) und das Inselmonster Caliban (Thomas Ebenstein), die am Ende als Phantome der Oper zurückbleiben, nachdem alle geläutert nach Hause aufgebrochen sind. HR Staatsoper, So, Mi 19.00 (bis 27.6.)


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