Omertà, Frauen und das System

Alles wieder gut bei Anna Fenninger und dem ÖSV. Die Krise offenbart aber, wie ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel den Skiverband wirklich führt


ANALYSE: JOHANN SKOCEK
Stadtleben | aus FALTER 26/15 vom 24.06.2015


Das geht die Öffentlichkeit nichts an!“ Die Verkündung ex cathedra ist zu Ende. Der Präsident des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV), Peter Schröcksnadel, 75, hat vergangene Woche im Wiener Hotel Marriott den Frieden mit der Skirennläuferin Anna Fenninger, 26, ausgerufen. Einseitig. Denn Fenninger war nicht da. Alles, was sie gesagt haben soll, kommt aus dem Mund des Präsidenten. Das ist repräsentativ für die Geschäftspraktiken Schröcksnadels. Intransparenz gepaart mit Propaganda.

Anna Fenninger habe sich dafür entschuldigt, sagt Schröcksnadel, ihm via Social Media vorgeworfen zu haben, dass er sie fertigmachen wolle.

„Sind Wahrheit und Ehrlichkeit heute nichts mehr wert?“, schrieb Fenninger am 16. Juni via Facebook. Sie habe „all diese Lügen“ endgültig satt, konnte man dort auf ihrem Account lesen. Fenninger werde also ab nun „alle Regeln des Verbandes einhalten“, sagt Schröcksnadel wenige Tage später. Die Werbekampagne mit Mercedes, einem Konkurrenten des ÖSV-Sponsors Audi, werde eingestellt. Mit diesem Verhandlungsergebnis stellt der Präsident die uneingeschränkte Geschäftsfähigkeit des Verbandes wieder her. Der ÖSV ist der Krisengewinnler.

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