Schausbergers Festwochentagebuch Notizen einer Festivalbesucherin im Theaterrausch (6)

Kein Theater mehr ohne Freibier

Feuilleton | aus FALTER 26/15 vom 24.06.2015

Montag, 15. Juni: Liebes Tagebuch! Milo Rau hat sich eine Frage gestellt und ist auf viele weitere Fragen gestoßen. Die Frage, warum junge Europäer in den Nahen Osten gehen, um dort für einen Gottesstaat zu kämpfen, bildet die Klammer von "The Civil Wars". Dazwischen geht es aber hauptsächlich um die Familiengeschichten der vier Schauspieler. Sie sitzen im Wohnzimmer, das auf die Bühne gebaut wurde, filmen sich gegenseitig, sodass wir ihre Gesichter auch in Großaufnahme sehen, und sprechen über ihre Väter, die trotzkistisch, depressiv, alkoholkrank, arbeitslos und viel zu früh tot waren. Auf der Rückseite der Wohnzimmerkulisse ist eine klassische Guckkastenbühne, sie wurde zu Beginn weggedreht. Milo Rau macht nämlich kein Theater für den Guckkasten.

Mittwoch, 17. Juni: "NOISE" vom Jungen Theater Basel steht auf dem Programm. Die Jugendlichen drängeln sich in der Inszenierung von Sebastian Nübling durchs stehende Publikum, rufen Parolen wie "Anticapitalista" und sprechen über


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