Kommentar Kulturpolitik

Alle Jahre wieder: Das Jazz Fest Wien ist irre bieder

Falter & Meinung | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 26/15 vom 24.06.2015

Vor genau einem Jahr erschien im Falter ein Kommentar, der das Jazz Fest Wien als "Beispiel fahrlässiger Geldvernichtung" bezeichnete und ein Programm "von niederschmetternder Mut-und Einfallslosigkeit" kritisierte. Die unüblich zahlreichen Reaktionen umfassten: Zustimmung aus der Szene, Zerknirschung aufseiten der Grünen und einen Leserbrief, in dem der Kulturstadtrat die eigene Kulturpolitik verteidigte und auf die Kritik mit keinem Wort einging.

Heuer findet das Jazz Fest zum 25. Mal statt, und geändert hat sich - sieht man von einer deutlichen Verbesserung der Staatsopernbespielung ab (siehe Seite 27) - gar nichts. Ein guter Anlass also, um noch einmal zu erklären, warum das so zwar noch Jahrzehnte weitergehen kann, aber nicht weitergehen soll.

Es gibt im Prinzip zwei Arten von Festivals: Füllhornfestivals und Fokussierungsfestivals. Erstere dauern eher Wochen als Tage und warten mit einer Unmenge an Veranstaltungen auf, sodass sich, wer genug Geld, vor allem aber Zeit hat, für


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