Mediaforschung Verführungskolumne

Der grüne Bienen-Wahlkampf für Imker und Honigliebhaber

Medien | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 26/15 vom 24.06.2015

Oberösterreich wählt im September, die ersten Plakate hängen bereits. Die Landeshauptmann-Partei ÖVP wirbt mit dem Spruch: "Unser Job - Kraftkammer Oberösterreich". Klar, weniges fürchten Menschen mehr, als ihre Arbeit zu verlieren. Der FPÖ-Spitzenkandidat polarisiert derweil mit den brandheißen Themen Asyl und Dschihadismus: "Er nennt die Dinge beim Namen. Weil die Wahrheit zumutbar ist."

Und womit werben die Grünen? "Ohne Bienen gehen wir maja." Man könnte dieses Problem nun akademisch diskutieren. Schließlich soll selbst Albert Einstein gesagt haben: "Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben." Aber Plakate richten sich nicht ans Hirn, sondern ans Herz. Imker und Honigliebhaber mag die Botschaft berühren, breitenwirksam ist sie nicht. Vielleicht liegt darin das Wachstumsproblem der Grünen: Von Ampelpärchen bis zu Bienen lancieren sie Themen, die für wenige wichtig sind, aber die Masse kaltlassen. Während die FPÖ bei Wahlen massiv zulegt, stagnieren die Grünen seit Jahren.

Dabei könnten sie auch mit den Gefühlen der Wähler spielen wie die Blauen, die stets vor dem Untergang des Abendlandes warnen. Das grüne Kernthema Klimawandel zählt nicht nur zu den größten Herausforderungen unserer Zeit, es ließe sich auch in emotionale Bilder packen -von Naturkatastrophen über den Tod des Wintertourismus bis hin zu globalen Kriegen und Flüchtlingsbewegungen. Bio, Bienen und Birkenstock werden für die Mehrheit nicht reichen.


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