Ein Mann, dem die Empathie fehlt

Wer die Facebook-Seite des FPÖ-Chefs studiert, entdeckt die Achillesferse eines angeblich Unbesiegbaren


KOMMENTAR: FLORIAN KLENK
Falter & Meinung | aus FALTER 26/15 vom 24.06.2015

Wer wissen will, wie sich die Welt von Heinz-Christian Strache dreht, werfe einen Blick auf seinen Facebook-Account. Mal präsentiert er sich dort in Tracht, dann in Niedertracht. Strache beherrscht Desinformation und Agitation. Fast immer bejubeln ihn seine "Freunde", und immer wieder posten sie dabei Gewaltfantasien, die erahnen lassen, wie dünn die Decke der Zivilisation noch immer ist.

Vergangenen Samstag war das anders. Die drei Leichen aus der Grazer Innenstadt waren noch warm, der Täter nicht einmal einvernommen: Strache fand kein Wort des Beileids, sondern versuchte, die Tat eines Psychopathen in ein Attentat eines bosnischen Islamisten umzudeuten.

Als einzige Quelle fügte er seinem Posting einen spekulativen Krone-Bericht bei. "Wahnsinnstat in Graz!", schrieb Strache. "Der Täter ist aus Bosnien. Ein religiös begründetes Attentat wird nicht ausgeschlossen!" Kein Wort davon, dass auch die Opfer Migranten waren.

Tags darauf, als man in Graz alle Veranstaltungen absagte, fotografierte

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